Forschung

Es kennzeichnet unsere Forschung, dass wir zumeist diskursive Untersuchungsmethoden anwenden. Damit meinen wir, dass wir strukturierte Dialoge dafür einsetzen, um systematisch Informationen über Sichtweisen, Argumente und Wertvorstellungen von gesellschaftlichen Gruppen und Bürger*innen einzuholen und in unsere Analysen einzubinden (mehr dazu und zu unseren Forschungszielen und -schwerpunkten).

Wir arbeiten schwerpunktmäßig in den Gebieten:

  • Risikoforschung
  • Kommunikations- und Beteiligungsforschung
  • Forschung zur Vermittlung zwischen Technik, Wissenschaft und Gesellschaft

 

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Risiko: Wahrnehmung, Bewertung, Governance

DIALOGIK betreibt konzeptionelle Arbeiten und empirische Forschung auf dem Gebiet der Risiko-Governance. Das Konzept der Risiko-Governance beschreibt einen integrierten Ansatz, wie mit Risiken – und dabei insbesondere mit komplexen, unsicheren oder kontrovers diskutierten Risiken – umgegangen werden kann. Dabei bezieht sich der Risiko-Governance-Ansatz auf die Integration verschiedener, lange Zeit meist getrennt betrachteter Aktivitäten wie die technische-naturwissenschaftliche Risikoabschätzung, die Risikobewertung, das Risikomanagement und die Risikokommunikation. Der von DIALOGIK vertretene Ansatz ist ein inklusives Konzept von Risiko-Governance, das auf der Überzeugung basiert, dass Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft alle einen Beitrag zum Governance-Prozess leisten können und sollten.

Der wissenschaftliche Direktor von DIALOGIK, Professor Ortwin Renn, hat für den International Risk Governance Council in Genf (IRGC) ein inklusives, innovatives und vorhandene Ansätze integrierendes Modell zur Risiko-Governance entwickelt. Dieses wird bereits seit einigen Jahren auf viele Risikofelder hin angewendet und erprobt (z.B. Lebensmittelsicherheit, Nanotechnologie oder Energieversorgungssicherheit).

Die Forschungsarbeit von DIALOGIK umfasst Untersuchungen, die darauf abzielen, einzelne Elemente der Risiko-Governance wie etwa Risikowahrnehmung, Risikokommunikation oder die Anwendung des Vorsorgeprinzips für spezifische Risikofelder zu behandeln, wie auch Untersuchungen, in denen es vorrangig darum geht, den integrativen Risiko-Governance-Ansatz für ausgewählte Risikofelder fruchtbar zu machen.

Bereichsleitung:
Dr. Piet Sellke, sellke [at] dialogik-expert.de

 

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Kommunikation: Information, Dialog, Partizipation

DIALOGIK forscht über den Einsatz von Information, Dialog und Beteiligung bei der Planung und Konfliktbehandlung im Umfeld von technischen und anderen wissenschaftsnahen Entscheidungen. Der Bereich umfasst Projekte, die Kommunikation und Partizipation vorrangig als theoretisch-analytische Konzepte oder als empirischen Forschungsgegenstand mit dem Ziel von Handlungsempfehlungen für gelingende Kommunikation und Beteiligung erforschen. Dazu kommen Projekte, deren Kern darin besteht, partizipativ-dialogische Verfahren als Entscheidungsunterstützung oder zur Konfliktbehandlung durchzuführen und auszuwerten (zum Beispiel im Hinblick auf die Entwicklung von Konzepten für Klimaschutz oder Flächenverbrauch).

In der Erforschung, Entwicklung und Erprobung innovativer Kommunikations- und Beteiligungsverfahren greift DIALOGIK auf eine Vielfalt methodischer Zugänge zurück: Verfahrensweisen wie das Gruppendelphi, Fokusgruppen, Open Space-Konferenzen oder World Cafés gehören ebenso zum Repertoire von DIALOGIK wie komplexe Methoden der Bürgerbeteiligung, einschließlich Runde Tische, Bürgerforen oder Mediation. Für jede neue Zielstellung wird individuell das passende Beteiligungs- oder Kommunikationsprogramm zusammengestellt. Neben der Konzeption und Gestaltung der Kommunikations- und Beteiligungsprozesse übernimmt DIALOGIK auch die professionelle Durchführung der Verfahren.

Ein wachsender Teil der Forschung beschäftigt sich mit Bürgerbeteiligung und Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen vor dem Hintergrund von Transformationsprozessen, wie beispielsweise der Energie- oder Verkehrswende. Diese Prozesse zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen (gesellschaftspolitisch) erwünschten Übergang markieren, bei dem übergeordnete Ziele politisch festgelegt sind, die konkreten Handlungsschritte zu deren Umsetzung jedoch fehlen. DIALOGIK bearbeitet die Thematik von Transformation und Partizipation sowohl auf der theoretisch-konzeptionellen wie auf der empirischen Ebene. Leitbild ist die katalytische Wirkung von diskursiven und partizipativen Verfahren in der konkreten Umsetzung von kollektiv vereinbarten Vorhaben. Dabei geht es stets um die Vermittlung wissenschaftlicher Expertise und die gemeinsame Erarbeitung von Transformationswissen (transdisziplinärer Ansatz).

Bereichsleitung:
Christina Benighaus, Dipl. Geogr., cbenighaus [at] dialogik-expert.de

 

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Vermittlung: Technik, Wissenschaft, Gesellschaft

DIALOGIK forscht zu den Wechselwirkungen von Technik, Wissenschaft und Gesellschaft. Ein Teil der Forschung beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft zu transferieren. Hier geht es zum einen um Innovations- und Wissenstransfer im Bereich der Grundlagenforschung. DIALOGIK beschäftigt sich außerdem mit Fragen zur Diffusion von wissenschaftlichem und technischem Wissen in die breite Bevölkerung, vor allem die Verbreitung zu Kindern und Jugendlichen. Dafür entwickelt und evaluiert DIALOGIK Ideen, Initiativen und Projekte der technisch-naturwissenschaftlichen Wissensvermittlung an Kinder und Jugendliche und berät oder begleitet Vorhaben zur effektiven Kommunikation über aktuelle Themen aus Wissenschaft und Technik unter Einbeziehung des sozialen und kulturellen Kontextes.

DIALOGIK untersucht auch die Grundlagen und institutionellen Prozesse der Folgenbewertung sowie gesellschaftliche Reaktionen auf die Einführung oder den Einsatz von Techniken. Projekte im Bereich Technikvorausschau oder Technikfolgenabschätzung befassen sich mit den Auswirkungen und dem Stellenwert von Wissenschaft und Technik auf mögliche zukünftige Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Hier geht es zentral um die Frage: Welche Folgen können wir auf Grund der technischen und wissenschaftlichen Entwicklung erwarten und wie kann diese Entwicklung positiv beeinflusst werden?

Bereichsleitung:
Sylvia Bomans, M.A., bomans [at] dialogik-expert.de