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Ziele und Aufgaben

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Kommunikation und Kooperation haben in unserer gegenwärtigen Gesellschaft deutlich an Bedeutung gewonnen. Gründe dafür sind:

  • die sich beschleunigende globale Vernetzung,
  • die Globalisierung von Wirtschaft und Kultur,
  • der Bedeutungsverlust von Raumbezügen für Handel, Produktion und Kommunikation,
  • die zunehmende Pluralisierung von Werten, Wissensbeständen und Weltbildern,
  • die sinkende Halbwertszeit des angewandten Wissens,
  • die verstärkte Sensibilität für Folgenungewissheit und Nicht-Wissen sowie
  • wachsende Ansprüche auf politische Partizipation von Betroffenen.

Diese Entwicklungen erhöhen die Komplexität und sorgen für Unübersichtlichkeit und Irritation. Viele suchen ihr Heil in neuen fundamentalen Strömungen oder in einer Neuauflage eines ungebremsten globalen Wirtschaftsliberalismus. Doch einfache Lösungen helfen hier nicht weiter. Die erfolgreiche Suche nach einem verantwortlichen Umgang mit diesen Herausforderungen ist an die Voraussetzung einer effektiven und alle Interessen und Werte einbindenden Kommunikationskultur gebunden. Je komplexer die Ausgangslage, desto größer ist der Bedarf an Abstimmung und Vermittlung..

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe von DIALOGIK, Kommunikations- und Kooperationsformen im Spannungsfeld von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft systematisch und anwendungsorientiert zu erforschen. Hierfür setzt DIALOGIK gezielt diskursive Untersuchungsmethoden ein. In Gesellschaften, die durch eine Pluralität von Wissen und Werten gekennzeichnet sind, gewinnen Kommunikation und Kooperation zwischen und innerhalb von gesellschaftlichen Akteursgruppen immer mehr an Bedeutung.

Dies trifft im Besonderen auf die Politikfelder Technik, Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zu. Hier führen kontroverse Ansichten über den angemessenen Umgang mit Chancen und Risiken häufig zu fruchtlosen Verhandlungen und Blockaden zwischen den relevanten gesellschaftlichen Kräften. Vor allem für diese risikosensiblen Politikfelder untersuchen wir, wie innovative Formen der Kommunikation und neuartige Partizipations- und Kooperationsverfahren Entscheidungsprozesse und die Umsetzung von Entscheidungen in die Praxis von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verbessern können. Unser Ziel dabei ist es, neue Wege zu erforschen, wie der Umgang mit wertvollen gesellschaftlichen Ressourcen – natürlichen, ökonomischen, kulturellen, gesellschaftlichen – verbessert werden kann.

Wichtige Felder unserer Forschungsarbeit sind:

  • Neue Ansätze der Risikokommunikation als Instrument eines effektiven und fairen Risiko- und Chancenmanagements
  • Verbesserte Kommunikationsinstrumente für die öffentliche Gesundheitsfürsorge
  • Innovative Formen der Partizipation und Konfliktlösung
  • Praktische Mediation in Technik- und Umweltkonflikten
  • Verbesserte Kommunikationsprogramme für Brückenbildung und wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
  • Integration von Technikfolgenabschätzung und Vorausschau (Foresight) -Aktivitäten in Governance-Prozesse

Wir analysieren die Formen, Instrumente, Wirkungen und Potentiale von Kommunikation und Kooperation auf lokaler, regionaler, nationaler und transnationaler Ebene. DIALOGIK stellt sich den hier skizzierten wissenschaftlichen Herausforderungen mit dem Ziel, in einem stetigen Prozess des Suchens und Lernens einen konzeptionellen, theoretischen wie auch handlungsrelevanten Beitrag für eine neue Kommunikationskultur in dem gemeinsamen Streben nach einer nachhaltigen und zukunftsgerechten Entwicklung zu leisten.

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